Sonntag, 12. August 2018

Demokratie für Dummies




Demokratie für Dummies

Demokratie hat die Form einer Quasireligion angenommen. Sie wird schon in der Schule Kindern als beste Form der staatlichen Organisation und des menschlichen Zusammenlebens vermittelt. Während die Kirchen, früher die dominierenden moralischen Institutionen, immer mehr Mitglieder verlieren wird Demokratie zum Glaubensersatz. Folgerichtig wird sie mit dem Nimbus der Unfehlbarkeit ausgestattet.

Zweifel werden mit einem Churchill-Zitat zerstreut der am 11. November 1947 im englischen Unterhaus sagte:

„Es wurde in der Tat gesagt dass Demokratie die schlechteste Regierungsform ist, ausser all den anderen Formen die von Zeit zu Zeit ausprobiert wurden“

Ein anderes Churchill zugeschriebenes, aber nicht verifiziertes, Zitat ist:

„Das beste Argument gegen Demokratie ist eine fünfminütige Unterhaltung mit einem durchschnittlichen Wähler“

Das liegt eher auf Friedrich Schillers Wellenlänge der im Demetrius schreibt:

„Der Staat muss untergeh‘n, früh oder spät, wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.“

Was stimmt denn nun? Hat der irrationale Glaube an die Demokratie den emotionalen Glauben an einen Gott verdrängt? Bilden sich in einer Demokratie die gleichen Strukturen wie in religiösen Institutionen? Wird der Glaube an die Unfehlbarkeit der Vertreter Gottes bei der Auslegung moralischer Grundsätze durch den Glauben an die Unfehlbarkeit der gewählten Vertreter ersetzt? Oder verstecken sich beide hinter der Illusion einer höheren Macht aus der sie die eigene Omnipotenz ableiten?

Aufschluss könnten uns das schon 1935 in den USA von dem Sozialpsychologen Muzaffer Sherif durchgeführte „Autokinetic effect“-Experiment zum Thema Konformität geben. Kurz zusammengefasst: Abweichende Auffassungen gleichen sich in der Gruppe an. Individuelle Auffassungen werden aufgegeben, gleich ob richtig oder falsch.

Folgerichtig versuchen alle Ideologien, ob politisch oder religiös, schon die Kinder zu indoktrinieren um das zukünftige Gruppenurteil zu eigenem Gunsten beeinflussen. Die Stabilisierung der eigenen Existenz wir durch informative Konformität, auf Neudeutsch „political correctness“, gesichert.

Genutzt wir dieser Effekt indirekt, wenn konforme Gruppen, zum Beispiel religiös Gläubige, als Fundament politischer Macht angesprochen werden. Erst in jüngster Zeit haben wir wieder erlebt wie religiöse Argumente in der Lage sind Konformität zu nutzen um Taten zu rechtfertigen die der Lehre der der Konformität zugrundeliegenden Religion polar zuwiderlaufen. Die Morde der ISIS in der Gegenwart stehen den Grausamkeiten der Kreuzritter in der Vergangenheit nichts nach.
   
Demokratie ist das Recht jeden Bürgers und -polisch korrekt- jeder Bürgerin einmal alle 4 oder 5 Jahre ein Kreuz auf einem Wahlzettel zu machen und sich in der Zwischenzeit mit dem was geschieht abzufinden. Grundlage der Demokratie ist die Annahme, dass die Stimme jeden Bürgers das gleiche Gewicht hat. Unbestritten sind Intelligenz und Information zur Beurteilung einer Situation erforderlich.





Leider ist die Intelligenz ungleich verteilt.[1] Nicht jeder ist ein Genie: Wägt man die einzelne Stimme mit dem individuellen Intelligenzquotienten dann wir die Richtigkeit 
von Wahlentscheidungen fraglich.

Gleichzeitig beeinträchtigt Informationsmangel die Möglichkeit intelligent zu entscheiden. Jede Machtinstitution versucht den allgemeinen Zugang zu aus ihrer Sicht negativen Informationen einzuschränken. Eine gelenkte Presse, staatsnahes TV, Regulierung des Internets, Verbot abweichender Meinungen [2], mit allen Kräften wird versucht Gefährdung der eigenen Macht zu verhindern oder zu vermindern. „political correctnes“ wird zum Massstab für Wohlverhalten, Gruppendruck sorgt für Einordnung. Abweichende Informationen oder Meinungen werden gegebenenfalls als "Fake News" in Frage gestellt und so disqualifiziert.

Die Masse wird mit Futter für die Sinne ruhiggestellt. Nicht umsonst ist „Wer wird Millionär“ eine der erfolgreichsten Fernsehsendungen in Deutschland.

Die einzelne Wahlstimme müsste, um ein einwandfreies Urteil zu erhalten, mit einem Koeffizienten für Intelligenz und einem Koeffizienten für verfügbare Information gewogen werden um dem Ideal einer am Allgemeinwohl orientierten Entscheidung nahe zu kommen. Zuerst ist dafür die Frage zu klären ob die individuell verfügbare Intelligenz Grundlage der Informationsbeschaffung ist oder ob andere Faktoren eine Rolle spielen. Es ist klar dass diese Utopie sich nur umsetzen lässt wenn wir ihre Kontrolle unbeeinflussbaren Maschinen anvertrauen; eine Illusion deren Gefahren vielleicht ebenso gross sind wie die der menschlichen Entscheidung.

Gehen wir vom Status quo aus und untersuchen wir Wahn und Wirklichkeit der Demokratie am Beispiel Deutschlands so stossen wir auf gesellschaftliche Schizophrenie. Die Erlebniswelt von Schizophrenen ähnelt lt. Wissenschaft manchmal einem Drogenrausch.

Ähnlich berauscht sich das Stimmvolk an den Ködern die politisch ausgelegt werden. Neben der Religion lässt sich der Neidkomplex am besten ausnutzen Es ist wohl nicht nur Zufall, dass die Kurve der Intelligenzverteilung fast genau der Verteilung der weltweiten Einkommen entspricht. Wir beneiden die mit den hohen Einkommen. Deshalb sind wir nur allzugern bereit Versprechungen für bare Münze zu nehmen, wenn es darum geht unsere eigenen Vorteile zu erhöhen. Wir vergessen dabei dass wir selbst durch den Kauf und die Nutzung von Produkten erst Einkommen für Andere schaffen.


Markt braucht Absatz und ohne die Kaufentscheidung der Menge sind hohe Einkommen unmöglich. Die Masse bewertet selbst den Wert ihrer Einkäufe. Dabei ist oft die psychologische Komponente höher im Wert als der tatsächliche Gebrauchsnutzen. Auch hier findet eine demokratische Wahl statt. Und jede Wahl ist Marktwirtschaft, die Selektion des Angebotes das uns zusagt, auch wenn uns ausreichende Informationen fehlen um es genau beurteilen zu können. Mogelpackungen sind sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik und Medien gang und gäbe. Je geringer der IQ, desto einfacher die Verführung. Letzten Endes ist jedes System kapitalistisch und jeder sucht den eigenen Vorteil.


Aus der Gleichartigkeit der Kurven Schlüsse auf den Beitrag des durchschnittlichen Einzelnen zum allgemeinen Wohl zu ziehen ist einfach. Aber wer ist bereit sich dort einzuordnen wo Nachteile genetisch oder individuell vorprogrammiert sind.


Als Gegenargument gilt die Feststellung dass sich auch die Körpergrösse normal in einer ähnlichen Kurve verteilt so dass der Vergleich zwischen durchschnittlicher Intelligenz und durchschnittlichem Einkommen auch auf das Verhältnis Körpergrösse und Einkommen anwenden liesse.  Der Mensch unterscheidet sich von den niederen Tieren aber nur durch seine höhere Intelligenz, nicht durch seine Körpergrösse. Es gibt grössere Tiere, intelligentere sind bisher nicht bekannt sondern nur dressierte, bzw. konditionierte deren niedrige Intelligenz der Vermittlung von angelerntem Wissen nicht im Wege steht.

Ungerechtigkeit aus den Erfolgen Dritter abzuleiten ist politisch einfach und oft sehr erfolgreich. Die alten Versprechungen ziehen immer wieder, trotz negativer Ergebnisse der jüngsten Vergangenheit deren Behebung noch 2018 jeden deutschen Steuerzahler mit einem Solidaritätszuschlag belastet.




Der normale Wahlbürger hinterfragt nicht. Es gibt im Internet viele Quellen die es ermöglichen, obwohl oft künstlicher Nebel dies verhindern soll, die Qualifikation derer [3], die diese Versprechungen machen, zu hinterfragen. Er prüft nicht, ob sie je eigenes Risiko getragen haben oder ihre Ideen und sich selbst immer nur auf Kosten des Staates, also des Wählers, finanziert haben. 


Er hinterfragt auch nicht ob die wirtschaftliche Verwirklichung politischer Versprechen objektiv möglich ist. Die ihm vermittelte Information gesellschaftlicher Benachteiligung wird zum Vorurteil, das Vorurteil zur Wahlstimme, auch wenn auf anderen Gebieten klar erkennbar ist dass nur besondere Fähigkeiten Grundlage des Erfolges sein können.
Damit die Argumente politisch nicht ausgehen wird künstlich Armut innerhalb der deutschen Grenzen geschaffen. Sie wird als 60% des Durchschnittseinkommens definiert so dass immer politisch etwas zu bekämpfen ist. Politik braucht Feinde. Nur an Feinden kann die eigene Güte gemessen und dem Bürger vermittelt werden. Auch wenn das deutsche Durchschnittseinkommen 122 mal so hoch ist wie das in Ghana, seine Armut muss dem Wähler bewiesen werden.




Fehler der Politik werden durch geplante Inflation von 2% je Jahr behoben, nach 10 Jahren hat eine Million Euro dann nur noch 80% des ursprünglichen Wertes. Der stabile Geldwert wird zum Feind der Alchimisten der Währung.

Was im Sport akzeptiert wird, obwohl der immense Verdienst der Supersportler aus seinen Fernsehgebühren und den im Preis der von ihm gekauften Produkte enthaltenen Werbekosten von ihm selbst bezahlt wird, erscheint dem Wahlbürger, politisch indoktriniert, bei höheren Einkommen in der Wirtschaft als ungerecht. Ihm wird, vor allem vor Wahlen, ungerechte Benachteiligung politisch vermittelt. Diese muss natürlich auch politisch behoben werden und wer wäre besser dazu geeignet als eine Politik, die Ungerechtigkeit bekämpft. Dass deren Exponenten, siehe den durch die Medien gegangenen Leibkoch von Linksausleger Oskar Lafontaine, sich wie im kommunistischen Russland zuerst die eigene Datscha schaffen ist nur zu verständlich. Schliesslich muss gute Arbeit belohnt werden. Marktwirtschaft eben. Auch die politische Verbindung kann kapitalisiert werden, genauso wie Begabung im Sport. Geld ist nur noch ein auf Papier gedrucktes politisches Versprechen das beliebig manipuliert wird.





Dass der Wähler nicht Fussball spielen kann wie Ronaldo liegt auf der Hand. Aber weshalb verdienen Menschen mehr die wie er im Büro arbeiten, wenn auch auf einer höheren Etage.

Eine Millionärssteuer muss her. Die OXFAM-Liste sagt doch, dass die 8 reichsten Milliardäre der Welt mehr verdienen als manche Länderbudgets. Was aus der Liste nicht hervorgeht ist dass diese Männer ihr Geld nicht geerbt haben. Sie haben mit praktischer Intelligenz ein Vermögen geschaffen das die Grundlage vielleicht auch für den Arbeitsplatz des Stimmbürgers ist. Vermögen ist nutzlos wenn es nicht arbeitet. Und diese Arbeit schafft Arbeitsplätze.



Intelligenz, das wir oft verwechselt, ist nicht angelerntes Wissen. Sie ist die Fähigkeit und der Antrieb die eigenen Fähigkeiten im Markt einzusetzen. Und Markt ist schlecht. Zumindest für die, die nur einen geringes Angebot beitragen können. Politik verspricht die Nachteile des Marktes auszugleichen. Zuerst für sich selbst, aber das wird höflich verschwiegen. Es könnte zu Irritationen beim Wähler führen.

Untersuchen wir dies Versprechen aus Sicht demokratischer Theorie.

Demokratie beruht auf Trennung der Gewalten. Der gewählte Gesetzgeber schafft Gesetze auf Grund derer die Exekutive, die Verwaltung, tätig wird. Ein unabhängiges Justizsystem stellt sicher, dass Exekutive und Legislative nicht zur Agglomeration von eigener Macht das System der Gewaltenteilung missbrauchen.

Das ist die Theorie. In Wirklichkeit ist in Deutschland die Demokratie schon längst einer Gruppendiktatur gewichen in der die Beteiligten sich bequem auf Kosten des Steuerzahlers eingerichtet haben.

Die Kontrollfunktion der Judikative ist ausgehebelt, wenn das persönliche Fortkommen von einem Regierungsressort abhängt in dem letztendlich auch die Laufbahnentscheidungen getroffen werden. Wer wider den Stachel löckt ist politisch unbequem. Das war war schon kurz nach dem Ende der Hitlerdiktatur so als Generalstaatsanwalt Dr. Bauer gegen Dr. Globke, Mitautor der Nürnberger Gesetze die die Grundlage für die Ausrottung der Juden in Europa legten, vorging. Globke wurde Chef des Bundeskanzleramtes unter Bundeskanzler Adenauer, während Adolf Eichman, Vollstrecker dieser Gesetze, in Israel zum Tode verurteilt wurde. Dr. Bauer’s mysteriöser Tod ist immer noch ungeklärt.



Dr. Globke war nicht der Einzige der sich durch geschicktes taktieren der Verfolgung entzog und seine Karriere erfolgreich  fortsetzte. Die vielen kleinen Rädchen im administrativen Prozess der Judenvernichtung hatten kaum Folgen zu befürchten. Sie wurden „entnazifiziert“ und erhielten „Persilscheine“ von anderen Beteiligten um sich gegenseitig abzusichern. Der Staatapparat wurde nicht gereinigt, sondern beibehalten, Moral hin oder her. Die Verbrecher wurden weiterhin benötigt. Wer im Rahmen der Bandbreite herrschender Ideologien administrativ moralisch fragwürdig handelte hat auch in der demokratischen Zukunft kaum etwas zu befürchten.

Wie ist das möglich?

Die Trennung zwischen Legislative und Exekutive ist, Deutschland als Beispiel, praktisch aufgehoben. Diese Grundpfeiler der Demokratie bestehen nur auf dem Papier.

Fast 30 % des Deutschen Bundestages sind Beamte, auch in den meisten Landesparlamenten ist der öffentliche Dienst in einer Menge vertreten die die Trennung zwischen Legislative und Exekutive ad absurdum führt. Beamte betreiben Politik ohne persönliches Risiko. Ihre finanzielle Grundlage ist, auch nach dem Ausscheiden aus der Politik, gesichert, Beförderungen eingeschlossen. Selbst der deutsche Bundespräsident stammt 2018 aus der Beamtenschaft. Kein anderer Arbeitgeber oder Verband entsendet so viele Mitarbeiter in den deutschen Bundestag und andere politische Gremien. Und kaum ein anderer gewählter Vertreter ist so gut für den Fall abgesichert dass er ein Parlament verlassen muss.


2018 beträgt der Anteil des öffentlichen Dienstes an den Erwerbstätigen 10,71 %. Der Anteil des öffentlichen Dienstes an den Mitgliedern des Deutschen Bundestages beträgt 28,8 %, fast drei mal so viel. Ein einziger Arbeitgeber stellt fast ein Drittel der Abgeordneten.

Stellen wir uns vor das wäre Mercedes, Google oder eine andere grosse Firma die ihre Abgeordneten mit Rückkehrgarantie, Weiterbeförderung in Abwesenheit und Pensionssystem in derartiger Menge als Interessenvertreter in das Parlament entsendet – Ein Aufschrei ginge durch Deutschland.  

Aus dem Umkreis von Parteien, Gewerkschaften und Kirchen kommen zusätzliche 15,5 %. Kein anderer der 3.476.000 Arbeitgeber in Deutschland ist auch nur im geringsten derartig überrepräsentiert. Echte Demokratie wird so ad absurdum geführt und faktisch aufgehoben. Listenwahl sichert politische Arbeitplätze ab.

Die Gruppendiktatur der Administration ist offensichtlich. Unternehmer die Arbeitsplätze schaffen und die das Fundament der deutschen Wirtschaft sind gibt es im Deutschen Bundestag kaum. Das Risiko ist zu gross die eigene Firma zu vernachlässigen und finanzielle Nachteile zu erleiden.

Deutscher Finanzminister ist 2018 ein ehemaliger Hamburger Bürgermeister und Jungsozialist dem es als politisch Verantwortlicher gelungen ist die geplanten Kosten der Elbphilharmonie von 80 auf 870 Millionen Euro zu steigern, ohne persönliche oder politische Konsequenzen. 
                                                                                                      
Kein Wunder dass sich auch der Rest der Beamtenschaft lukrative Einkommen über den politischen Markt gesichert hat. Sowohl bei Einkommen als auch bei der Altersversorgung hat der öffentliche Dienst sich einen Spitzenplatz erobert.





Auch die EU macht da keine Ausnahme. Im Gegenteil. Focus online meldete 2013:



Das erlaubt die Feststellung dass jedes System, gleich wie es genannt wird, kapitalistisch und egoistisch ist. Die Aufhebung der Grenze zwischen öffentlichem Dienst und Legislative hat dazu geführt dass die Kontrollfunktion als Grundlage der Demokratie erodiert ist. Rechnungshöfe sind nur noch Papiertiger die nicht im Vorfeld ihre Beute jagen, sondern post factum mit den Zähnen knirschen dürfen.


Folgerichtig erstrecken sich die Tentakel des Kraken in alle Bereiche und unterwerfen sie der eigenen Macht. Andre Müller schreibt am 21.11.18 im Leitartikel der NZZ: "Eine unausrottbare Tradition dagegen ist, dass Behörden sich überall einmischen, auch da, wo Bürgerinnen und Bürger dank Eigeninitiative und gesundem Menschenverstand eigentlich ganz gut klarkommen."

Langsam wird auch dem Durchschnittsbürger klar dass der öffentliche Dienst in Deutschland zu einer Gruppendiktatur geführt hat die ihren Einflussbereich, und damit ihre Vorteile gegenüber dem Normalbürger, immer weiter ausweitet. Neutrale Umfragen bestätigen das.



Der Einkommensvergleich zwischen dem Durchschnittsbürger und dem öffentlichen Dienst ist erschreckend. Selbstbedienung, die den wenigen Beziehern hoher Einkommen in der Wirtschaft politisch vorgeworfen wird um Wähler zu gewinnen, findet auf breiter Front im öffentlichen Sektor statt. Die Exekutive kontrolliert sich faktisch selbst.




Die Geheimhaltung von Unterlagen staatlicher Prozesse sichert das zusätzlich ab. Datenschutz wird oft zur bequemen Ausrede. Informationsfreiheit des Bürgers ist das  Schreckgespenst der Administration.

Dort wo Leistungskontrolle fraglich, Kündigungen praktisch unbekannt und das Einkommen an der Spitze liegt sammeln sich naturgemäss auch viele Risikoscheue die den Wirkungsgrad der Administration gegen den Niedrigstwert der möglichen Leistung sinken lassen. Druck zur Konformität in der Gruppe lässt in diesem Bereich der subalternen Administration individuelle Spitzenleistung kaum zu. Abweichen von der Konformität und Kritik an „political correctnes“ des Systems führt zur Ausgrenzung, auf neudeutsch „mobbing“.

Immerhin geht es um Geld und andere Vorteile. Die gesetzliche Rentenversicherung leistete 2017 lt. BDA 293.3 Milliarden Euro für alle normal Versicherten, bei 9,6 % der Beschäftigten im öffentlichen Dienst (lt. OECD 2011) wurden allein 55.2 Milliarden Euro, oder 18.8 % dieser Summe für Beamtenpensionen fällig.Dazu kommen Beihilfen, Freistellungen, Kündigungsschutz und andere Vorteile von denen der normale Arbeitnehmer nur träumen kann.

Fast die Hälfte der normalen Rentner muss dagegen im Monat mit unter 800 Euro auskommen.



Mittlerweile sind, in Erkenntnis des klaren Vorteils die dieses System bringt, auch die Einkommen der Bundestagsabgeordneten an Beamtengehälter gekuppelt. Abgeordnete wollen sich nicht immer wieder bei Abstimmungen über ihr Einkommen der Kritik aussetzen die sie oft vollmundig der Wirtschaft gegenüber ausüben. Legislative und Exekutive verschmelzen so zu einer finanziellen Interessengemeinschaft. Eine Hand wäscht die demokratische andere.

Bescheidenheit ist auch nicht die Losung der EU-Abgeordneten. Sie bringen es auf über eine Million je Wahlperiode.




Um es mit Marcel Fratzscher [4] zu sagen: „Der Staat beraubt die Menschen“. Und die Mehrzahl der Bürger hält das für Demokratie und wählt - Versagen in der Vergangenheit hin oder her - brav weiter die immer gleichen unerfüllbaren Utopien.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

[1]  „The Bell Curve: Intelligence and Class Structure in American Life“ eine Veröffentlichung des Politikwissenschaftlers Charles Murray und des Psychologieprofessors Richard Herrnstein (Harvard University) beschreibt die Korrelation zwischen Intelligenz und wirtschaftlichem Erfolg. Ihre Ergebnisse wurden von weissen Rassisten bewusst falsch interpretiert und aus dem Zusammenhang gerissen.

[2] Populismus, der Wähler binden könnte, wird zum politischen Unwort. Das Wort stammt zwar vom lateinischen Populus „das Volk“ und wird in Wikipedia als „von Opportunismus geprägte, volksnahe, oft demagogische Politik, die das Ziel hat, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen (im Hinblick auf Wahlen) zu gewinnen“ definiert. Populismus könnte die Existenz der etablierten politischen Kräfte unsicher machen  wenn das Volk mehr Einfluss gewinnt statt sich mit der Stimmabgabe einmal in der Wahlperiode zufrieden zu geben. „oft demagogisch“ unterscheidet sich kaum von den Fakes der traditionellen Kräfte die aufgebauscht werden um stimmfähige Teilgruppen zu positiv zu beeinflussen. Die repräsentative Demokratie wird zur Zaubermedizin die alle Leiden heilt. Alternative inhaltliche Ansätze könnten zur Veränderung der Kräfteverhältnisse führen und gewohnte Vorteile der an der Macht Beteiligten gefährden.

[3] Aus den Lebensläufen der Gallionsfiguren der Partei „Die Linke“ (ex SED) geht, als Beispiel auch für andere Parteien, nicht hervor dass sie je in nennenswerten Umfang Arbeitsplätze oder Werte für die Allgemeinheit geschaffen haben oder etwas davon verstehen. Wenn sie je eine wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt haben dann vorwiegend im staatlichen Bereich. Zum Teil erfolgte der Übergang in die Politik direkt nach dem Studium. Man kann voraussetzen dass der eigene Vorteil, auch finanziell, im Vordergrund steht, wenn eigenes wirtschaftliches Risiko nie getragen wurde. 
Sahra Wagenknecht bezeichnete, trotz ihrer DDR-Erfahrungen, noch 2013 das Wirtschaftsmodell Venezuelas als „wegweisend“. 2018 gibt es dort kaum noch genug zu essen, seit 2017 wurden 8 Nullen der Währung gestrichen und der Präsident und nahestehende Personen werden in den USA angeklagt, weil sie Milliarden veruntreut und dort gewaschen haben sollen. Lt. transparency international, einem unverdächtigen Zeugen, gehört das Land unter Chavez-Nachfolger Maduro zu den korruptesten Ländern der Welt.


[4] Prof. Marcel Fratzscher, Makroökonom, Institut der Deutschen Wirtschaft,11.4.16 in profil (Wien)

11.2018 Karl H. Grabbe 

Montag, 2. Oktober 2017

Die Grenzen der Erkenntnis

Gott, Big Bang, Urknall, Schöpfung, Singularität, Null,Unendlich, Big Rip:  

Die Grenzen menschlicher Erkenntnis


Der jeweilige Erkenntnisstand des Menschen entspricht zeitgenössischen Maßstäben und Emotionen. In dieser Beziehung ist Philosophie nicht mehr als eine esoterische Diskussion zwischen Intellektuellen, die den Menschen als Mittelpunkt des Denkens sehen.

Selbst der Atheismus geht davon aus, dass der Mensch die Konstante der Beurteilung ist – mit voller Möglichkeit der Erkenntnis. Dass der Mensch auf einer niedrigeren Stufe steht und nicht der Mittelpunkt oder der Referenzpunkt des Geschehens ist erkennt keine der üblichen Philosophien. Sie sind genauso humanozentrisch wie die Aussage, dass die Sonne sich um die Erde dreht.

Der Mensch ist im Käfig der ihm zugänglichen Logik gefangen. Gott, Big Bang, Urknall, Schöpfung, Singularität, Null, Unendlich, Big Rip. Damit beschreibt der Mensch die Grenzen seines Wissens und die Unmöglichkeit weiterer Erkenntnis bzw. der Überschreitung der ihm gesetzten natürlichen logischen Grenzen. Emotionell schreibt er die ihm fehlenden Eigenschaften entweder einem Gott, oder Göttern, zu. Oder er streitet deren Existenz, ebenfalls ohne physischen Beweis, grundsätzlich ab.

Die Grundsatzfrage ist nicht ob es Gott gibt, sondern ob der Mensch in der Lage ist ihn zu erkennen. Nach menschlicher, auf Erfahrung aufbauender, Logik muss Alles einen Anfang und ein Ende haben. Dass es eine darüber hinausgehende Logik auf höherer Ebene gibt ist zu vermuten. Denn der Mensch kann, ebenfalls eine Erfahrung, keine logische Ebene entwickeln, die die ihm gesetzten Grenzen überschreitet und den Beginn allen Seins logisch erklärt.

Andernfalls wäre es möglich die Grenzen des Wissens in das Unendliche zu erweitern und den Beginn des Daseins zu erklären. Mathematisch heisst das, dass, wenn die Logik nicht zur Erklärung ausreicht, nicht die Erklärung fehlt, sondern die für die Erklärung notwendige Logik.
Daraus folgert, dass der Mensch nicht das Ziel der Schöpfung ist, sondern ein triebgesteuertes, im Gesamtzusammenhang unwichtiges, evolutionäres Zufallsprodukt mit begrenztem logischen Erkenntnishorizont. 

Im bisher erkennbaren Fluss zum Ziel der Evolution wird er früher oder später, wie andere vor ihm, durch eine neue Variante des Seins abgelöst. Die dazu erforderlichen Zeiträume und natürlichen Kräfte liegen ausserhalb des menschlichen Erkenntnishorizonts. So gesehen ist der Mensch in einem "Schwarzen Loch" einer grösseren Wirklichkeit gefangen, dessen Rand er nicht überblicken kann. Er befindet sich in einem Goldfischglas ohne das, was er ausserhalb schattenhaft durch die Glaswand wahrnimmt, deuten zu können. Es gibt nur Vermutungen auf Basis der eigenen Existenzerfahrungen. Wie soll der Goldfisch das, was vor der Zimmertür liegt, auch nur erahnen?

Der Mensch weigert sich anzuerkennen, dass er Teil eines physikalischen Systems ist, das nach den Gesetzen der Physik oder der Quantenmechanik auf Zufallsbasis eine Weiterentwicklung hin auf ein ihm unbekanntes Ziel verfolgt. Er hält sich, trotz einer Erfahrung deren Umfang in Bezug auf die Dauer der ihm bekannten Wirklichkeit lächerlich ist, für die Krone der Schöpfung.

Aber die Fliege sieht besser, der Fisch hält höheren Wasserdruck aus, die Fledermaus orientiert sich mit Ultraschall im Dunkeln, die Ameise ist besser organisiert, das Chamäleon und der Plattfisch blenden sich in die Umgebung ein, der Vogel kann fliegen, der Computer lernt zu denken – die Evolution verfügt noch über viele Werkzeuge zur Optimierung der Zukunft und hat unbegrenzt Zeit, um auf des richtige Ergebnis zu warten.

In einem physikalischen System gelten materielle Grundgesetze. Eines dieser Gesetze ist das Abstandsgesetz (inverse square law). Daraus lässt sich auch die Erkenntnisfähigkeit des Menschen in seinem geschlossenen System ableiten. Dabei lässt sich erkennen, dass das Weltbild des Menschen weitgehend von Glauben und Ideologie geprägt ist, die für das fehlende Wissen die Platzhalter spielen. Die Füllung des entfernten Raums und der entfernten Zeit mit Unwissen verleitet den Menschen zur Spekulation, deren Maßstab er selbst und seine begrenzte Erfahrung ist. Nicht nur zufällig haben Götter menschliche Eigenschaften und gleichen in ihrer Darstellung dem Menschenbild.

Utopien und Ideologien, deren Erfolge sich im Diesseits messen lassen, haben dabei nur kurzfristig Erfolg, weil sie irgendwann an der Wirklichkeit gemessen werden können und scheitern. Religionen, die das Ziel der menschlichen Existenz in das unkontrollierbare Jenseits des Nichtwissens verlegen, haben, mangels Überprüfungsmöglichkeit, eine längere Haltbarkeitsdauer.

Imagination und auf Zufällen basierende Vorstellungskraft sowie die Extrapolation von Emotionen beschreiben im Bereich des Nichtwissens übergeordnete, nicht erfassbare Zustände. Eine Bürokratie, die sich derartiger Gedankengebäude zur Verwaltung bemächtigt, trägt zur Festigung der Ideen bei.  So entstehen Religionen die um die Deutungshoheit im Ungewissen konkurrieren und die das Unerklärliche erklären sollen, weil der Mensch seine durch Wissensmangel definierte Minderwertigkeit nicht erträgt. Die Entropie in Bereichen ausserhalb des möglichen Wissens wird nicht akzeptiert, weil damit Hoffnungslosigkeit und Abwertung der eigenen Existenz verbunden wäre.

Die Zusammenhänge lassen sich mathematisch darstellen:

Die, durch die Imagination vermittelte, tröstende Illusion verhindert, dass die Menschheit sich selbst aufgibt. Sie schafft sich Maßstäbe, an denen sie den eigenen Wert ablesen kann und zu deren Verteidigung sie im Zweifelfall Andersdenkende tötet. Sum, ergo cogito.

© 1. Oktober 2017| Karl H. Grabbe

 

Mittwoch, 31. Mai 2017

Stadtplanung mit Todesfolge


Stadtplanung mit Todesfolge?

Als Konrad Lorenz die Chaostheorie entdeckte handelte es sich im Grunde, mathematisch definiert, um eine nicht-lineares Phänomen. Die Chaostheorie ist ein Werkzeug der Mathematik um die Vernetzung von Ereignissen und Interaktionen in der Welt zu untersuchen.

Ein Schmetterling, der zum Beispiel in Shanghai mit den Flügeln schlägt, könnte damit – so die plakative Vereinfachung und Übertreibung von Lorenz – einen Wirbelsturm in New York auslösen. Oder um eine deutsche Analogie zu übernehmen: Wenn in Hamburg eine Bockwurst platzt kann das die japanische Reisernte vernichten.

Doch was hat die Chaostheorie mit Stadtplanung, Krieg und Tod zu tun? Ich will mich bemühen diese Frage verständlich und nachvollziehbar zu beantworten um zu begründen, weshalb ein Bebauungsplan in Deutschland zu Toten in Syrien oder Libyen führen kann.

Das bedeutet nicht, dass Stadtplaner Mörder sind, sondern dass das Gesetz der unbeabsichtigten Konsequenzen (Merton, 1936) mit voller Wucht zuschlägt. Dieses Gesetz bezieht sich, vor allem in Arbeiten der Soziologie, auf Ursachen für unbeabsichtigte Folgen.  Das sind lt. Wikipedia: Komplexität, perverse Anreize, menschliche Dummheit, Selbstbetrug, Ignoranz der menschlichen Natur und emotionale oder kognitive Verzerrungen. Dafür werden die folgenden Gründe genannt:
- Ignoranz: Es ist unmöglich, alle Möglichkeiten vorherzusehen.
 - Fehler: Anwendung von Methoden, die in der Vergangenheit funktioniert haben, der aktuellen Situation aber nicht gerecht sind.
- Kurzfristige Interessen, die langfristige dominieren können.
-Grundwerte können einzelne Methoden erzwingen oder verbieten, die langfristig gesehen unvorteilhaft sind.
- Selbstzerstörerische Prophezeiung: Angst vor gewissen Folgen führt dazu, dass Menschen Lösungen finden bevor das Problem auftritt, daher ist das Nichteintreten des Problems unerwartet.

Grundlage der Stadtplanung ist die Verteilung der Menschen in Gebäuden und deren Ordnung auf der Fläche. Eine spezielle Variante der Stadtplanung ist der Wohnungsbau. Umweltschäden und Infrastrukturkosten sowie die Kosten der Unterhaltung der Infrastruktur steigen mit dem Verbrauch an Grundstücksfläche, und nicht etwa mit der Anzahl der Wohnungen, exponentiell an. Je mehr Grundstück verbraucht wird, desto mehr Nachteile ergeben sich für den Steuerzahler und die Umwelt. Trotz dieses auch politisch und für die Umwelt sehr wichtigen, aber mathematisch einfachen, Zusammenhangs erfolgt Stadtplanung praktisch im finanziellen Blindflug.

In Deutschland liegen in der öffentlichen Statistik noch nicht einmal Werte für den durchschnittlichen Grundstückverbrauch je Wohnung oder Haustyp vor, obwohl lt. Bundesamt für Naturschutz täglich die Fläche von190 Fussballplätzen, ca. 90 ha, durch Bebauung verlorengeht. Primäres Ziel der Stadtplanung sind offenbar nur ästhetische Werte.  Und solange diese Werte, stark beeinflusst von örtlichen politischen Kräften mit der Einstellung „not in my own backyard“, den Zusammenhang zwischen Wirtschaftlichkeit, Umweltschonung, Demografie, Soziografie, Einkommensverteilung und Planung ignorieren, solange bleibt unklar welche immensen Weiterungen urbanes Wohnen verursachen oder aber auch verhindern kann. 

Städtebau geht anders. Er ist weder ein Imagewettbewerb unter Gleichgesinnten noch eine Spielwiese für verkannte Genies. Er ist auch nicht die Wahrung des visuellen Besitzstandes der Nachbarschaft, sondern die Anpassung der Nachfrage an die örtlichen finanziellen Möglichkeiten und soziodemografischen Zwänge. Kurz gesagt, er ist ein Resultat der, nicht immer optimalen, Wirklichkeit.

Dazu kommt eine Ausbildung von Planern und Architekten die den Planer als Universalisten, statt als von volkswirtschaftlich notwendigen Vorgaben abhängigen Auftragnehmer, definiert. Ästhetik, nicht Gebrauchswert und Ersparnis, steht im Vordergrund.

Für den verantwortlichen Investor oder Bauträger, der die Koordination der durch immer neue Vorschriften komplizierter werdenden Bautätigkeit und Erschliessung übernimmt und der den Verbraucher im Markt vertritt, gibt es dagegen nicht einmal ein festes Berufsbild oder eine umfassende Statistik. Er gilt oft abwertend als Baulöwe oder Spekulant, wenn er den finanziell begründeten Zwängen des Marktes folgt. Dieser Berufsstand ist nur entstanden, weil immer neue Einflüsse, Vorschriften und Finanzierungszwänge betriebswirtschaftliche Koordination und Kostenkontrolle des Festpreises erzwangen, die normale Planer auf Grund ihrer Ausbildung nicht leisten konnten oder wollten. Hier wurde von Architekten im Berufsbild freiwillig auf die Führungsrolle beim Bau verzichtet.

Langfristige Gesichtspunkte bei Grundstücksverbrauch und Infrastrukturunterhaltungskosten vertritt letztlich keine Instanz. Auch deshalb sind die mittelbaren und international weitreichenden Folgen lokaler Planung in der täglichen Praxis weitgehend unbekannt. Der Einfluss vorhandener Nachbarn wird durch veraltete Bauordnungen und Baugesetze geschützt, im Zweifel zugunsten der Besitzenden.

Diese Denke ist im Zeitalter der Globalisierung überholt. Grenzen verschwimmen, eine Völkerwanderung findet statt. Neue Planungskriterien sind, wie die folgenden Beispiele zeigen, schnell erforderlich.

Wie unterschiedlich Planungsziele sein können zeigt der Vergleich von zwei Ausschnitten aktueller Planung von 2016.

Bei Plan A, ca. 25 km vom Stadtzentrum einer Grossstadt, handelt es sich um, politisch geförderte, preisgünstige Bebauung, der die finanziellen Möglichkeiten heutiger Haushalte dem Planungsansatz zugrunde liegen. Das Einkommen der späteren Bewohner war Grundlage des Planungsansatzes.

Hier soll Normalverdienern der Erwerb von Wohnungseigentum ermöglicht werden, ohne dass der Steuerzahler zusätzliche Subventionen aufbringen muss. Städtische Planer haben ihre Planungsziele auf die vorhandene soziale Infrastruktur ausgerichtet und über den Zuschnitt der Grundrisse verschiedene soziologische Ziele verfolgt um eine gesunde demografische Durchmischung zu erreichen.

Das traditionelle Reihenhaus wurde gewählt um Ersparnisse durch Bauteiloptimierung zu erzielen und wenn irgend möglich Bauzeit und Zinsen durch Vorfabrikation von Elementen zu sparen.
                                           Plan A

Die Grundstückanteile je Wohnung sind gering, aber ausreichend für normale Familien von heute. Ein Reihenhaus mittlerer Grösse bietet einen Garten und mehr Lebenswert als eine Wohnung, vielleicht noch ohne Balkon, auf der Etage. Das trifft insbesondere auf Familien mit Kindern zu.

Das Grundstück liegt weit vom Stadtkern, die intensive, aber begrünte, Bebauung schützt und spart unberührte Landschaft, ermöglicht eine preisgünstige Infrastruktur und verursacht nur geringe spätere Unterhaltungskosten, denn auch diese Kosten steigen exponentiell mit der Grundstückgrösse je Wohneinheit; und nicht etwa mit der Anzahl der Wohneinheiten.

Plan B, für ein Grundstück am Kernstadtrand, 4 km vom Zentrum einer deutschen Mittelstadt, ist das genaue Gegenteil. Statt grundstückssparend für normale Einkommen zu planen werden hier mit dem vielfachen Anteil von Grundstücksfläche je Wohneinheit auf Kosten der Umwelt Ideen verwirklicht, die sich nur sehr Wohlhabende leisten können. Statt in Fahrradentfernung vom Stadtzentrum wirtschaftlich zu bauen um die Umwelt vor Abgasen zu schützen und Infrastruktur umweltfreundlich und wirtschaftlich zu gestalten werden hier, ohne Rücksicht auf umweltpositive und soziale Optimierung des Wohnungsangebotes, Träume der Planer für Reiche verwirklicht.

Dazu kommt eine, mangels klarer politischer Vorgaben an die Verwaltung, lange Bearbeitungszeit die die Kosten durch Zinsen und Baupreissteigerung erheblich negativ beeinflusst.
Ohne Rücksicht auf die Kosten für die späteren Bewohner werden mit jahrelangen teuren Verzögerungen Planungswerkstatt und Architektenwettbewerb öffentlich abgewickelt.

Diskussion unter wirtschaftlich unkundigen Theoretikern führt zu einer Lösung, die deren ästhetische Vorstellungen nahe kommt. Sie repräsentiert sich auf Ausstellungen und Fachzeitschriften gut, erhöht aber die Wohnkosten allein durch die erforderliche Planungszeit gewaltig.

Der Druck der Zinsen, für jede private Firma ein Problem das zu Eile und Wirtschaftlichkeit zwingt,
hat für Politiker und staatliche Planer kein Gewicht. Bebauungspläne dauern Jahre.

Bei nur 6 qm Grundstücksanteil je qm Wohnfläche und Grundstückskosten von 350 Euro/qm erhöht sich bei einem Zinssatz von 5 % dadurch die Miete bei nur einem Jahr zinsträchtiger Planungszeit bei einer 75 qm-Wohnung um 650 Euro im Monat. Meist wird es viel teurer, denn dazu kommt noch die ebenfalls von der Zeit abhängige Steigerung der Baukosten.


                                                                          Plan B

Mit einem wunderschönen Plan wird eine Gartenstadt erträumt, die am Rand der Innenstadt dem Ideal vom eigenen Heim in einer lockeren Parklandschaft gerecht werden soll. Politik und Planung arbeiten jahrelang Hand in Hand um Ideale zu verwirklichen, die nur einen Nachteil haben: Der normale Bürger kann es sich nicht leisten, dort zu wohnen und weicht auf das Umland aus. Statt 4 km mit dem Fahrrad fährt er dann zweimal am Tag steuerlich subventionierte 20 km mit dem Auto, bis er die angrenzende Umweltzone(!) der Kernstadt und seinen Arbeitsplatz erreicht hat.

Das führt nicht nur zu hohen Infrastrukturkosten, sondern auch zur Verschwendung von Lebenszeit. Eine Stunde Fahrt je Tag sind, abgesehen von den Umweltfolgen, bei einem normalen Arbeitsleben fast 3½ Jahre, die der normale Arbeitnehmer im Auto zubringt, verlorene Lebenszeit. Es würde sich lohnen einmal nachzurechnen wieviel Umweltbelastung durch Produktion, Verschleiss und Abgas im örtlichen Einzelfall entsteht. Bei nur 100 durch derartige Planung entfallenden Wohneinheiten sind das mehr als drei Menschenleben die vernichtet werden. Kleine Ursachen, aber grosse Wirkung aus der hohe planerische Verantwortung gegenüber Allgemeinheit und Umwelt resultiert. Interdisziplinäres Denken, über vorhandene Grenzen hinweg, wird erforderlich.

Demografen, Statistiker, Sozialwissenschaftler, Umweltkundler und die technischen Berufe müssen zusammenarbeiten um die Folgen des zunehmenden Grundstücks- und Landschaftsverbrauchs zu mindern. Neue Bauvorschriften, die der Umwelt nutzen sollen, sind nur Kurieren an Symptomen. Es kommt schon bei der Planung darauf an den Energieverbrauch zu mindern und grundstückssparende Bauformen zu entwickeln. Selbst ein freistehendes Haus lässt sich schon heute, bei Einhaltung aller Vorschriften, auf 245 qm Grundstück errichten. Üblich sind 500 – 600 qm, in „besseren“ Stadteilen noch weitaus mehr. Hier leben Wohlhabende auf Kosten des Durchschnitts. Die Erde gehört uns allen. Restriktionen beim Grundstücksverbrauch schützen die Allgemeinheit.

Wieviel an Umweltverschmutzung und Landschaftsverbrauch liesse sich sparen, wenn eine standardisierte, nicht auf den Planbereich beschränkte, Umweltfolgenanalyse und die Ermittlung soziodemografischer Merkmale der jeweiligen Planung zugrunde gelegt würden.

Statt dessen werden oft, aus Umweltgründen nicht zu rechtfertigende, Idealvorstellungen, mit dem Planungsmonopol der Verwaltung als Druckmittel im Rücken, gegen die Nachfrage normaler Einkommensbezieher am Markt durchgesetzt. Dies merkwürdigerweise ohne dass Umweltschützer auf die Barrikaden gehen um Landschaftsverbrauch je Wohneinheit zu minimieren und den umweltschädlichen Quellverkehr - bei den zu erwartenden hohen Preisen und Mieten sind hier viele spritfressende grosse Autos zu erwarten - am Rande der Umweltzone zu reduzieren.

Das im freistehenden Einfamilienhaus verankerte Denken der Architekten zeigt sich in einer Veröffentlichung, die ein „Sparhaus“ mit 26 qm Wohnfläche vorstellt. Hauptsache freistehend. Die enge soziale Beziehung zur Nachbarschaft scheint planerisch nicht erwünscht. Erschliessung und Grundstücksverbrauch zu Lasten der Allgemeinheit werden nicht einmal ansatzweise berücksichtigt. Ein normales, in der Praxis zu Hunderttausenden erprobtes, Reihenhaus böte für die gleichen Gesamtkosten die dreifache Wohnfläche und liesse sich auf weniger als einem Drittel der Grundstücksfläche errichten.


 Orientiert man sich an den Wohnungsgrössen, dann zerfällt Deutschland in eine 2-Klassen-Gesellschaft.
Zwei Drittel der Haushalte bewohnen nicht mehr als 120 qm, meist viel weniger.

Der Rest sammelt sich um den Wert von 190 qm bis weit darüber. Planung privilegiert hier das obere Drittel, obwohl die Einkommensverteilung eine harmonische Kurve ergibt.


Je  näher die Menschen in sozialer Gemeinschaft zusammen leben, desto weniger Infrastrukturkosten entstehen, zumindest für den Steuerzahler. Aber diese positive soziale Interaktion muss soziologisch einschliesslich der erforderlichen Technik geplant werden.

Fahrstühle in Hochhäusern ersetzen Aufwand für Erschließungsstrassen. Versorgungsleitungen werden als Sammelleitungen ausgeführt. Fahrgemeinschaften und Casharing werden einfacher. Der Verzicht auf freistehende Einfamilienhäuser für Familien ohne Kinder, bzw. die Beschränkung von deren Grundstücksfläche auf das absolut notwendige Maß, würde den Steuerzahler der Zukunft von Milliarden entlasten. Stadtplaner sind keine Architekten. Sie soll nur den Rahmen liefern, in dem Gebäudeplaner später tätig werden.Dieser Rahmen beruht nicht nur auf ästhetischen, sondern primär auf wirtschaftlichen Grundlagen. Nur das verfügbare Einkommen kann Grundlage des Planungsansatzes sein.

Gespräche mit Stadtplanern führen aber in fast allen Fällen unweigerlich zu einer Architekturdiskussion, bei der die mit der Planung verbundenen Kosten nur eine untergeordnete Rolle spielen. Wie wenig auch die Politik Planung hinterfragt, lässt sich unschwer erkennen wenn man feststellt, das mittlerweile die durchschnittlichen Grundstücksanteile je Wohneinheit in den verschiedenen möglichen Bauformen, zumindest in Deutschlands amtlichen Statistiken, nicht mehr zur Verfügung stehen. Wie soll dann wirtschaftlich geplant werden?


Die Weltbevölkerung ist von 2010 auf 2015, in nur 5 Jahren, von 6.93 Md. auf 7.35 Md. gestiegen. Deutschland erlebt Zuwanderung. Die Kosten steigen. Neue Ansätze sind erforderlich. Es reicht nicht, die alten Bauformen fortzuschreiben oder oberflächlich zu ökologisieren und behindertengerecht zu organisieren. Die durch den immensen Landschaftsverbrauch volkswirtschaftlich entstehenden Nachteile lassen sich auch nicht durch immer neue, die Wohnkosten verteuernden, Energiesparauflagen kompensieren.

Politik verzichtet, durch mangelnde Analyse der Grundlagen, darauf zu hinterfragen, wie die Umweltbelastung gesenkt und der Verbrauch an unvermehrbaren Grundstücksflächen durch bedarfsgerechte Planung gemindert werden kann. Doch langsam wird umgedacht. Umweltministerin Barbara Hendriks fordert im April 2017 die „nachhaltige Stadt der kurzen Wege“.

Auch die IG Bau hat das, auf der Grundlage von Zahlen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, erkannt und im April 2017 öffentlich Änderungen der Wohnraumpolitik gefordert. Der IG-Bau geht es vordringlich um die Verringerung der steigenden Pendlerzahlen, die dadurch entstehende Entlastung der Umwelt und den Zeitverlust durch tägliche stundenlange Fahrtzeiten der Beschäftigten.
Jeden Tag werden in Deutschland viele Hektar Land für Bebauung verbraucht, die durch bessere Planung eingespart werden könnten. Allein von 2003 – 2006 gingen 1657 km² Fläche für Bau und Erschliessung verloren, fast viermal die Fläche des Bundeslandes Bremen (419 km²). Wer Diskussionen in örtlichen Gremien mitverfolgt, der erkennt schnell, das nicht Wirtschaftlichkeit eine Rolle spielt sondern vor allen Dingen die Erhaltung einer möglichst ungestörten Nachbarschaft. So kommt es zu einer negativen Anpassung der Bautätigkeit an den Bedarf.




Während durch den demografischen Wandel über die Hälfte der Großstädter in Einpersonenhaushalten wohnen hat die Planung sich diesen Voraussetzungen nicht angepasst. Sie beruht nach wie vor auf Vorstellungen, die noch aus der Blut-und-Boden Ideologie vergangener Zeiten stammen in denen das freistehende Einfamilienhaus der Traum jeden Planers war.





Resultat ist ein Wohnungsbestand, der mit der demographischen Zusammensetzung der Bevölkerung negativ korreliert, d. h. es gibt viele große Wohnungen und viel zu viele kleine Haushalte.

Mit der Alterung der Bevölkerung steigt der Heizungsaufwand, und damit Energiebedarf und Umweltbelastung, je Person immens. In den Grossstädten bestehen über 50% der Haushalte aus nur einer Person. Sie leben oft in grossen Altbauwohnungen, schlecht gedämmt, mit hohem Energieverbrauch. Die Nebenkosten werden zur zweiten Miete. Die eigentliche Miete wird durch partielle Enteignung der Eigentümer subventioniert. Mieterschutzgesetze haben dazu geführt dass Deutschland eine Eigentumsquote von unter 50% hat, Bulgarien hat 97%.

Der Druck zu einer sozial adäquaten, steuersparenden, soziologisch  und demografisch angepassten Raumplanung und einer daraus resultierender gerechterer Eigentumsverteilung im Wohnungsbau hat so keine Chance sich im öffentlichen Raum zu entwickeln solange nicht die Ausbildung der Planer der wirtschaftlichen Wirklichkeit angepasst wird..

Dazu kommt ein anderer Faktor. Statt Steuerertrag und Infrastrukturunterhaltungskosten jedes Bebauungsplanes gegenüberzustellen spielen derartige Kosten für die Zuständigen keine Rolle. Der ehemalige Finanzminister eines deutschen Bundeslandes sagte, auf den Nachteil der nicht erfassten Zinsen bei der kameralistischen Buchführung des Staates angesprochen, „Wir brauchen keine doppelte Buchführung. Wir haben doch die Steuerschätzung.“

Kein Wunder dass es in Deutschland, ohne bekannte Konsequenzen für die fachlich Verantwortlichen, möglich ist ein Konzertgebäude in Hamburg mit 80 Millionen zu planen und für das zehnfache, 800 Millionen, abzurechnen. Dafür wird dann die Grunderwerbssteuer erhöht und das Wohnen verteuert. Die Erhöhung um 1 Prozent kostet bei einem Haus für 350.000 Euro 3500.- DM zu Lasten eines Erwerbers, der die Elbphilharmonie wahrscheinlich nie von innen sieht.  


Die Verschwendung  hält auch im Wohnungsbau an. Planerische Zielvorstellung ist nicht eine Verminderung der durch Grundstücksverbrauch entstehenden Nachteile, sondern eine Fortschreibung der Ideale der Vergangenheit trotz wachsender Weltbevölkerung. Wenn etwa 2 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland kommen dann ist, auch in Hinsicht auf den mit dem Grundstückverbrauch quadratisch steigenden Ölbedarf als Kriegsursache, neues Denken bei der Planung erforderlich.

„Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen, als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, wenn hinten weit in der Türkei die Völker aufeinanderschlagen ... „ schreibt Goethe im Faust. Bis heute hat sich nicht viel geändert. Wir nehmen passiv zur Kenntnis was wir aktiv ändern könnten.

Planung die mittelbar Kriege verursacht ist unmoralisch. Die Ursachen der Kriege und des millionenfachen Leidens liegen heute nicht mehr bei beutehungrigen Kreuzfahrern sondern in Planungsansätzen, die, nicht nur in den USA, diese Kriege zu Sicherung der Energieversorgung erst erforderlich machen: Stadplanung mit Todesfolge.  


Eigenes Heim auf eigener Scholle, wie schon 1933, das ist auch heute noch die Zielvorstellung vieler politische Gremien in Deutschland – ohne Rücksicht auf die Kosten. Mangels ausreichender Statistiken und Kennwerte wird einfach nicht erkannt, wie die Belastung der Umwelt und des Steuerzahlers durch eine veränderte Planungspolitik gesenkt werden kann.

In Deutschland leben nur etwa 227 Menschen auf 1 km².In den Niederlanden sind es schon 410, in Singapur 8295 Menschen, die sich einen km² teilen. In Amerika sind es nur 35 Menschen und in Australien nur 3 Einwohner die sich 1 km² des riesigen Landes teilen.

Die Zersiedelung Amerikas erkennt man, wenn man stundenlang über den Siedlungsbrei der Einfamilienhausgebiete fliegt, die die großen Städte Kaliforniens umringen. Folgerichtig werden riesige Flächen für Straßen benötigt. Oft beträgt die Fahrzeit zur Arbeitsstelle mehr als 2 Stunden. Das bedeutet das nicht nur 4 Stunden am Tag für die Fahrt zur Arbeit geopfert werden, sondern dass auch die Volkswirtschaft Amerikas auf die möglichst preiswerte Versorgung mit Treibstoffen für den Individualverkehr angewiesen ist. Die Menschen in Los Angeles fahren zusammen 480 Millionen Straßenkilometer am Tag ¹) und sitzen durchschnittlich 90 Stunden im Jahr im Stau, und das meist mit laufender Klimaanlage.

Damit sind wir jetzt wieder bei der Chaostheorie und dem Schmetterling, der in Shanghai mit den Flügeln klappert und dadurch einen Wirbelsturm in New York auslöst.

Um den durch unwirtschaftliche Stadtplanung verursachten Treibstoffverbrauch preiswert zu decken destabilisiert die USA, in Abstimmung mit Verbündeten, mit militärischen und anderen Mitteln Länder im vorderen Orient, um sich den Zugang zu den Ölquellen zu sichern.

Auch Stadtplanung in Deutschland, das von internationalen Treibstoffgesellschaften versorgt wird, löst so Krieg in Libyen oder dem Irak aus, der auf den gesamten vorderen Orient übergreift. Verbunden damit ist eine neue Völkerwanderung, die dazu führt, dass die europäische Gemeinschaft, ohne die zur Aufnahme von Flüchtlingen erforderlichen Organisationssysteme, langsam auseinanderfällt.

Nationaler Egoismus gefährdet nicht nur das europäische Zahlungssystem, sondern auch die Handlungsfähigkeit der gemeinsamen Union.  Es hat mit dem Brexit begonnen, aber die nicht zuletzt, auch im Laizismus, religiösen Widerstände gegen die Aufnahme von Flüchtlingen in vielen Ländern können dazu führen, dass die Europäische Gemeinschaft handlungsunfähig wird und ihren Zusammenhalt verliert. Die Sezessionskriege im ehemaligen Jugoslawien sind ein Hinweis auf die mangelnde Haftung der europäischen Idee und die Stärke des tradierten europäischen Nationalismus.

Eine Vielzahl von Komponenten bestimmt das Bild: nationale Ideologien, Religionen, der wirtschaftliche Sog der reichen Länder, Realpolitik, ethnische Säuberungen und manches andere.

Die traurigen Szenen der Folgen der Auseinandersetzung der Grosssmächte in den ölreichen Ländern des vorderen Orients sind im TV zu Standardware geworden, die wir beim Abendessen vor dem Unterhaltungsprogramm, eher unwillig, als Trailer zur Kenntnis nehmen.

Gleichzeitig hat sich, nicht nur in Amerika, eine Rüstungsindustrie entwickelt die, durch Lobbyismus und Wahlkampfspenden, Vorstellungen fördert, die Kriegen zugrunde liegen. Die Politik reagiert und zettelt Kriege in anderen Ländern an. Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie werden erhalten, Soldaten und ausländische Zivilisten sterben.

Deutschland ist da keine Ausnahme:



Ein großer Sektor der Volkswirtschaften lebt davon, dass andere Menschen sich umbringen. Politisch ist das Sicherung der Arbeitsplätze, moralisch Massenmord.

Dass mangelnde Statistiken, wirtschaftlicher Unverstand bei Politik und Behörden und falsch ausgebildete Planer am Anfang der Kausalkette des tödlichen Chaos stehen bemerkt bisher niemand. Noch weniger sieht die Politik Anlass zu Veränderungen. Der Wähler sieht nur  seinen örtlichen, individuellen Nutzen. Die politisch Handelnden sehen nur die Wählerstimmen. Und so marschieren wir vermutlich gemeinsam, wie die Lemminge, in den – vermeidbaren – Abgrund.                                                                                                                    

¹) Quelle: FORTUNE 2016



© Karl H. Grabbe 6-2017